Gaspreise in Österreich
- Ein Referenzhaushalt mit 15.000 kWh zahlte im Sommer 2026 mit einem aktuellen Tarif rund 1.800 bis 2.000 Euro im Jahr - etwa 12 bis 13 Cent je Kilowattstunde alles inklusive, im Altvertrag deutlich mehr.
- Der reine Energiepreis liegt bei Wechseltarifen bei rund 8 bis 12 Cent brutto; wer noch in einem Vertrag aus 2022 oder 2023 steckt, zahlt oft 13 bis 19 Cent.
- Grob die Hälfte der Rechnung ist Energie, je ein Viertel entfällt auf Netzentgelt und auf Steuern und Abgaben - nur den Energieteil ändert ein Anbieterwechsel.
- Der Großhandelspreis hat sich seit Juli fast verdoppelt: Der Gaspreisindex liegt für Oktober bei 77,83 Euro je MWh, im Juli waren es 41,31. Floater-Tarife geben das sofort weiter, Bestandskunden laut E-Control nach 6 bis 18 Monaten. Dazu steigen die Netzentgelte 2026 um rund 18 Prozent.

Was Gas derzeit kostet
Die E-Control rechnet mit einem Referenzhaushalt von 15.000 Kilowattstunden im Jahr - das entspricht einem gasbeheizten Einfamilienhaus und deckt sich mit dem, was die Statistik Austria zum Energieeinsatz der Haushalte erhebt. Ein solcher Haushalt zahlte im Sommer 2026 mit einem aktuellen Tarif rund 1.800 bis 2.000 Euro pro Jahr, also etwa 12 bis 13 Cent je Kilowattstunde mit allem Drum und Dran. Das Energieministerium weist für 1. August 2026 einen Bestbieterpreis von 12,23 Cent aus (Wien, 15.000 kWh, inklusive Netz, Abgaben und Neukundenrabatt). Wer noch in einem alten Vertrag steckt, liegt deutlich darüber - Durchschnittsbetrachtungen über alle laufenden Verträge landen deshalb eher bei rund 15 Cent.
Der reine Energiepreis, um den sich die Anbieter Konkurrenz machen, liegt bei aktuellen Wechseltarifen bei etwa 8 bis 12 Cent brutto. Der entscheidende Unterschied liegt aber woanders: Wer noch in einem Vertrag aus den Krisenjahren 2022 oder 2023 steckt, zahlt häufig 13 bis 19 Cent - für dieselbe Kilowattstunde. Bei 15.000 Kilowattstunden sind das mehrere hundert Euro Unterschied im Jahr, allein wegen des Abschlussdatums.
Diese Werte stammen aus der Zeit vor dem Preissprung im Großhandel. Seit Ende August sieht die E-Control die Folgen bereits bei Neukundenangeboten und bei Tarifen, die direkt an Börsenpreise gekoppelt sind. Wer jetzt einen neuen Vertrag abschließt, sollte mit höheren Energiepreisen rechnen als im Sommer.
Woraus sich die Rechnung zusammensetzt
Wie beim Strompreis lohnt es sich, die Rechnung in ihre drei Blöcke zu zerlegen - denn nur einer davon ist verhandelbar:
| Block | Anteil | Beeinflussbar? |
|---|---|---|
| Energiepreis | rund 50 Prozent | ja, durch Anbieterwechsel |
| Netzentgelt | rund 25 Prozent | nein, von der E-Control reguliert |
| Steuern und Abgaben | rund 25 Prozent | nein, gesetzlich fixiert |
Im dritten Block stecken drei Posten. Die Erdgasabgabe beträgt 0,066 Euro je Kubikmeter, umgerechnet also rund 0,6 Cent je Kilowattstunde, und ist 2026 unverändert geblieben. Dazu kommt der CO2-Preis von derzeit 55 Euro je Tonne - die Fixpreisphase des Nationalen Emissionszertifikatehandelsgesetzes läuft noch bis 31. Dezember 2026. Und obendrauf kommen 20 Prozent Umsatzsteuer, und zwar auf alles: auf Energie, Netzentgelt, Erdgasabgabe und CO2-Preis gleichermaßen.
Warum Gas im Herbst 2026 wieder teurer wird
Bis in den Sommer war Gas im Großhandel vergleichsweise günstig. Der Österreichische Gaspreisindex der Energieagentur lag im Juli 2026 bei 41,31 Euro je Megawattstunde, rund 4,1 Cent je Kilowattstunde. Für September stieg er auf rund 61 Euro, für Oktober auf 77,83 Euro. Das ist fast doppelt so viel wie im Juli, 125 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und der erste Wert über 70 Euro seit Jänner 2023.
Dasselbe zeigt der tägliche Börsenpreis an der Wiener Gasbörse CEGH, den das Energieministerium auf energie.gv.at veröffentlicht:
| Zeitraum | Day-Ahead-Preis im Mittel | je Kilowattstunde |
|---|---|---|
| 25. bis 30. Juni 2026 | 43,34 €/MWh | 4,3 Cent |
| Juli 2026 | 54,97 €/MWh | 5,5 Cent |
| August 2026 | 62,93 €/MWh | 6,3 Cent |
| September 2026 (bis 22.) | 78,03 €/MWh | 7,8 Cent |
Mittelwerte der Handelstage, netto. Höchstwert bisher: 84,74 €/MWh am 14. September 2026. Daten: CEGH über energie.gv.at.
Der Auslöser liegt am Persischen Golf. Seit dem Krieg mit dem Iran, der Ende Februar begonnen hat, ist die Straße von Hormus immer wieder blockiert, nach einer kurzen Waffenruhe zuletzt erneut weitgehend. Durch sie läuft normalerweise rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Flüssiggases. Europa konkurriert mit Asien um die verbliebenen Ladungen, und die Speicher gehen schwächer gefüllt in den Winter als im Vorjahr - Details im Beitrag zu den Gasspeichern in Österreich.
Wann das auf der Rechnung ankommt, hängt vom Vertrag ab. Floater- und Börsentarife geben den Großhandelspreis sofort weiter. Bei Bestandskunden mit anderen Tarifen kommen solche Anstiege laut E-Control üblicherweise erst mit 6 bis 18 Monaten Verzögerung an, je nachdem, wie der Lieferant eingekauft hat. Wer mit einem Fixpreis in den Winter geht, ist bis zum Ende der Bindung geschützt.
Unabhängig davon zieht das Netz nach oben. Die Gasnetzentgelte steigen 2026 um rund 18 Prozent, in Kärnten sogar um 35 Prozent. Der Mechanismus dahinter ist unangenehm logisch: Ein Gasnetz kostet fast gleich viel, egal wie viele daran hängen. Weil immer mehr Haushalte auf Wärmepumpe oder Fernwärme umsteigen, verteilen sich dieselben Fixkosten auf weniger Schultern. Wer bleibt, zahlt mehr - was den Ausstieg weiter beschleunigt.
Für die Gasrechnung heißt das: Im Herbst 2026 drücken beide Seiten gleichzeitig nach oben - der Energiepreis und das Netzentgelt. Und die beiden nicht beeinflussbaren Blöcke werden über die Jahre tendenziell größer statt kleiner.
Was sich tun lässt
Vier Hebel gibt es, in dieser Reihenfolge der Wirksamkeit:
- Den Altvertrag prüfen. Das ist der schnellste und größte Effekt. Zwischen 19 Cent im Krisenvertrag und 9 Cent im aktuellen Wechseltarif liegen bei 15.000 Kilowattstunden rund 1.500 Euro im Jahr. Der Tarifkalkulator der E-Control listet die verfügbaren Angebote; Kündigungsfristen und eventuelle Bindungen sollte man vorher nachlesen. Die Neukundenpreise sind seit dem Sommer gestiegen, für einen Altvertrag aus 2022 oder 2023 lohnt der Vergleich trotzdem. Im ersten Halbjahr 2026 haben so viele Strom- und Gaskunden gewechselt wie nie zuvor, beim Gas waren es 47.726.
- Die Tarifart bewusst wählen. Ein Floater folgt dem Großhandel - im Sommer war das ein Vorteil, im Winter 2026/27 ist es ein Risiko. Ein Fixpreis enthält die hohen Winterpreise schon, schützt aber vor weiteren Sprüngen. Wer auf Planbarkeit angewiesen ist, fährt mit dem Fixpreis ruhiger.
- Den Verbrauch senken. Weil Netzentgelt und Abgaben großteils verbrauchsabhängig sind, wirkt jede eingesparte Kilowattstunde auf alle drei Blöcke. Eine bessere Gebäudehülle und ein hydraulischer Abgleich sind hier die substanziellen Maßnahmen.
- Das System wechseln. Der einzige Weg, das steigende Netzentgelt ganz loszuwerden. Was dafür spricht und was der Umstieg kostet, hängt stark vom Gebäude ab - die Perspektive für die Gasheizung selbst behandelt der Ratgeber zur Zukunft der Gasheizung.
Gas im Vergleich zu den Alternativen
Der Abstand zu den anderen Wärmequellen ist deutlich - und er ist der eigentliche Grund für die Abwanderung aus dem Gasnetz:
| Energieträger | Kosten je kWh | Bezug |
|---|---|---|
| Erdgas | rund 12 bis 15 Cent | Brennstoff, alles inklusive, je nach Vertrag |
| Pellets | rund 8 Cent | Brennstoff |
| Wärmepumpe | rund 8 Cent | Nutzwärme bei JAZ 3,5 und 29 Cent Strompreis |
Ein fairer Vergleich muss zwei Dinge berücksichtigen. Erstens den Wirkungsgrad: Ein Gas-Brennwertkessel setzt den Brennstoff sehr effizient um, aus 12 bis 13 Cent Brennstoff werden also nur unwesentlich mehr Nutzwärme-Cent. Zweitens die Investition: Die Wärmepumpe ist im Betrieb billiger, kostet in der Anschaffung aber ein Vielfaches einer Gastherme. Wer nur die laufenden Kosten vergleicht, rechnet die halbe Wahrheit.
Was die Rechnung über die Jahre dennoch kippt, sind die Trends: Der CO2-Preis ist bis Ende 2026 fixiert und wird danach über den europäischen Emissionshandel für Gebäude und Verkehr neu geregelt, und die Netzentgelte steigen mit jedem Haushalt, der das Gasnetz verlässt.
Häufige Fragen
Was kostet eine Kilowattstunde Gas in Österreich?
Mit einem Tarif aus dem Sommer 2026 rund 12 bis 13 Cent je Kilowattstunde, alles inklusive. Ein Referenzhaushalt mit 15.000 kWh Jahresverbrauch zahlt damit etwa 1.800 bis 2.000 Euro. Über alle laufenden Verträge gemittelt liegt der Wert eher bei 15 Cent, weil viele Haushalte noch in teuren Altverträgen stecken.
Woraus setzt sich der Gaspreis zusammen?
Grob zur Hälfte aus dem Energiepreis, den der Lieferant festlegt, zu je einem Viertel aus dem regulierten Netzentgelt und aus Steuern und Abgaben. Dazu zählen die Erdgasabgabe von 0,066 Euro je Kubikmeter, der CO2-Preis von 55 Euro je Tonne und 20 Prozent Umsatzsteuer.
Warum wird Gas im Herbst 2026 teurer?
Weil zwei Entwicklungen zusammenkommen. Im Großhandel hat sich der Preis seit Juli fast verdoppelt, ausgelöst durch den Krieg mit dem Iran und die Blockade der Straße von Hormus. Und die Netzentgelte steigen 2026 um rund 18 Prozent, weil immer weniger Kunden die fixen Kosten des Gasnetzes tragen.
Lohnt sich ein Gasanbieterwechsel?
Vor allem für Bestandskunden mit einem Vertrag aus der Krisenzeit. Die Neukundenangebote sind seit dem Sommer gestiegen, ein Vergleich im Tarifkalkulator der E-Control zeigt den aktuellen Stand. Zwischen 13 bis 19 Cent im Altvertrag und 8 bis 12 Cent bei aktuellen Wechseltarifen liegen bei 15.000 kWh mehrere hundert Euro im Jahr - Netzentgelt und Abgaben bleiben davon aber unberührt.
Ist Heizen mit Gas teurer als mit Pellets oder einer Wärmepumpe?
Ja. Pellets liegen bei rund 8 Cent je Kilowattstunde Brennstoff, Gas je nach Vertrag bei 12 bis 15 Cent. Eine Wärmepumpe kommt bei einer Jahresarbeitszahl von 3,5 und 29 Cent Strompreis auf etwa 8 Cent je Kilowattstunde Wärme.
Wie hoch ist der Gaspreis im Großhandel?
Der Österreichische Gaspreisindex der Energieagentur liegt für Oktober 2026 bei 77,83 Euro je Megawattstunde, also rund 7,8 Cent je Kilowattstunde netto. Im Juli waren es noch 41,31 Euro. Das ist der Einkaufspreis der Lieferanten, nicht der Haushaltspreis.
Stand: 23. September 2026. Großhandelspreise: Österreichischer Gaspreisindex (Oktober 2026) und CEGH-Day-Ahead über energie.gv.at (bis 22.09.2026).