Heizen

Heizungstausch 2026: Raus aus Öl und Gas - Wege und Förderung

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Sanierungsoffensive 2026 ist ausfinanziert: Seit 10. Juli 2026 sind keine neuen Registrierungen für den Kesseltausch möglich. Bestehende Registrierungen und Anträge bleiben davon unberührt.
  • Zuletzt förderte der Bund maximal 30 Prozent der Kosten - bis 8.500 Euro für eine Holzzentralheizung, 7.500 Euro für eine Wärmepumpe, 6.500 Euro für den Fernwärmeanschluss.
  • Für 2027 sind wieder 360 Millionen Euro gesichert, erstmals getrennt in 181 Millionen für thermische Sanierung und 179 Millionen für den Kesseltausch. Die Details kommen im Herbst 2026.
  • Wichtig bleibt die Reihenfolge: zuerst registrieren, dann umbauen - wer zuerst tauscht, riskiert den Zuschuss. Landes- und Gemeindeförderungen sind vom Bundesbudget unabhängig.
Heizungstausch 2026: Raus aus Öl und Gas - Wege und Förderung

Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist

Wer noch mit Öl oder Gas heizt, spürt es doppelt: steigende Brennstoffpreise und kräftig steigende Gasnetzkosten. Dazu kommt der CO₂-Preis auf fossile Energie. Der Bund fördert den Ausstieg aus fossilen Heizungen seit Jahren kräftig - allerdings immer nur, solange das Jahresbudget reicht. Für 2026 war es am 10. Juli aufgebraucht, die nächste Runde folgt 2027. Beim Heizungstausch entscheidet deshalb nicht nur die Technik, sondern auch der Zeitpunkt.

Die klimafreundlichen Alternativen

Vier Systeme kommen beim Tausch in Frage - welches passt, hängt von Gebäude, Platz und Wärmebedarf ab:

  • Wärmepumpe: Die effizienteste Lösung, ohne Brennstofflager. Ideal im gut gedämmten Haus mit Flächenheizung; aus einer Kilowattstunde Strom macht sie drei bis vier Kilowattstunden Wärme.
  • Pelletsheizung: Günstiger Brennstoff, vollautomatischer Betrieb, kommt auch mit höheren Vorlauftemperaturen im Altbau zurecht - braucht aber ein Pelletlager.
  • Hackschnitzelheizung: Der günstigste Brennstoff überhaupt, aber viel Platzbedarf - sinnvoll bei großem Wärmebedarf oder eigenem Holz.
  • Fernwärme: Wo verfügbar, die komfortabelste Variante ganz ohne eigenen Kessel - man bezieht die Wärme direkt aus dem Netz.

Die Förderung: Stand August 2026

Herzstück ist die Sanierungsoffensive mit dem Programm Kesseltausch, für die der Bund jährlich rund 360 Millionen Euro bereitstellt. Für 2026 waren diese Mittel am 10. Juli vergeben - seither sind weder neue Registrierungen noch neue Anträge möglich. Rund 53.000 Haushalte steigen mit diesem Jahrgang von Öl und Gas auf ein klimafreundliches System um. Wer bereits registriert ist oder einen Antrag laufen hat, ist davon nicht betroffen: Diese Fälle werden normal weiterbearbeitet.

Die Konditionen des Jahrgangs 2026 sind zugleich der beste Anhaltspunkt dafür, womit 2027 zu rechnen ist. Gefördert wurden maximal 30 Prozent der förderungsfähigen Kosten, gedeckelt je nach System:

Neues SystemBundesförderung (bis zu)
Pelletsheizung / Biomasse8.500 Euro
Wärmepumpe7.500 Euro
Fernwärme-Anschluss6.500 Euro

Dazu kommen zwei Zuschläge: 2.500 Euro für eine gleichzeitig errichtete thermische Solaranlage und 5.000 Euro für die Tiefenbohrung beziehungsweise den Brunnen einer Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Der Deckel von 30 Prozent der Investitionskosten gilt aber auch mit Boni. Vorrang hat grundsätzlich der Fernwärmeanschluss: Wärmepumpe oder Holzheizung werden nur gefördert, wenn Fernwärme technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist - letzteres gilt, wenn die Alternative mindestens 25 Prozent günstiger kommt als der Anschluss.

Für Haushalte mit geringem Einkommen übernimmt das Programm Sauber Heizen für Alle bis zu 100 Prozent der Kosten. Auch diese Schiene wurde am 10. Juli 2026 für neue Registrierungen geschlossen; wer davor registriert war, hat neun Monate Zeit für Umsetzung und Antrag. Landes- und Gemeindeförderungen laufen unabhängig vom Bundesbudget weiter - sie sind derzeit die einzige offene Zuschussquelle und lassen sich später wieder mit der Bundesförderung kombinieren.

So läuft der Antrag - und was 2027 kommt

Das Verfahren hat zwei Schritte und dürfte im Kern gleich bleiben. Zuerst die Registrierung online über das Portal sanierungsoffensive.gv.at; dafür braucht es ein Energieberatungsprotokoll des jeweiligen Bundeslandes. Mit der Registrierung ist das Budget reserviert. Danach bleiben neun Monate, um die Heizung einzubauen, abzurechnen und den Antrag zu stellen. Entscheidend ist die Reihenfolge: Wer zuerst umbaut und sich dann registriert, riskiert leer auszugehen.

Für 2027 sind die Mittel gesichert - wieder 360 Millionen Euro, erstmals aber aufgeteilt in 181 Millionen Euro für die thermisch-energetische Sanierung und 179 Millionen Euro für den Kesseltausch. Damit konkurrieren die beiden Schienen nicht mehr um denselben Topf. Genau das war 2026 passiert: Der Andrang auf den Sanierungsbonus für thermische Sanierung war so groß, dass er bereits am 2. Februar 2026 eingestellt wurde, um den Kesseltausch weiterführen zu können. Wie die Aktion 2027 im Detail aussieht, wird im Herbst 2026 vorgestellt. Wer ohnehin plant, holt bis dahin am besten die Energieberatung ein - beim Start zählt erfahrungsgemäß jeder Tag.

Welches System für wen?

Als Faustregel: Im gut gedämmten Haus mit Fußbodenheizung ist die Wärmepumpe fast immer die erste Wahl. Fehlt die Dämmung oder braucht es hohe Vorlauftemperaturen, sind Pellets die komfortable Biomasse-Option. Wer viel Platz und hohen Bedarf hat, fährt mit Hackgut am günstigsten, und wo ein Fernwärmenetz liegt, ist der Anschluss oft am einfachsten. Vor der Entscheidung lohnt sich eine Energieberatung - und ein Blick darauf, wie effizient das Haus insgesamt ist, wie ihn der Ratgeber zum Energiesparhaus gibt.

Häufige Fragen

Muss ich meine Öl- oder Gasheizung überhaupt tauschen?

Ein gesetzlicher Zwang zum sofortigen Austausch bestehender Heizungen gibt es derzeit nicht, wohl aber ein Einbauverbot für neue Öl- und Gaskessel im Neubau. Wirtschaftlich spricht angesichts steigender fossiler Kosten und hoher Förderung aber vieles für den freiwilligen Umstieg.

Kann ich jetzt noch eine Bundesförderung beantragen?

Für den Kesseltausch nicht mehr. Die Mittel der Sanierungsoffensive 2026 waren am 10. Juli 2026 vergeben, seither sind neue Registrierungen und Anträge gesperrt. Bereits bestehende Registrierungen und Anträge bleiben gültig und werden weiterbearbeitet. Die nächste Runde startet 2027; Landes- und Gemeindeförderungen sind davon unabhängig.

Wie hoch ist die Förderung insgesamt?

Zuletzt förderte der Bund je nach System bis zu 8.500 Euro, gedeckelt mit 30 Prozent der Investitionskosten. Kombiniert mit Landes- und Gemeindeförderungen sowie dem Programm Sauber Heizen für Alle fällt die Gesamtförderung deutlich höher aus - bei einkommensschwachen Haushalten bis zu 100 Prozent der Kosten.

Wird der Umstieg auf eine neue Gasheizung gefördert?

Nein. Gefördert wird ausschließlich der Wechsel von einem fossilen auf ein klimafreundliches System - eine neue Gasheizung fällt nicht darunter.