Ladetarife in Österreich: Warum dieselbe Ladesäule das Zweieinhalbfache kosten kann
- Laut einer ÖAMTC-Studie zahlen Fremdnutzer an 90 Prozent der untersuchten Ladepunkte mehr als die Kunden des Betreibers - maximal 118 Prozent Aufschlag.
- Der mittlere Ad-hoc-Preis liegt bei 64 Cent je Kilowattstunde, an Ladepunkten ab 150 kW bei 75 Cent (E-Control, Jänner 2026).
- Bei identischem Fahrprofil kostet der mittlere Ladekartentarif 417,83 Euro im Jahr, der günstigste 176,43 Euro - 241 Euro Unterschied für denselben Strom.
- Zeitbasierte Tarife sind die teuerste Falle: Wer an einer Schnellladesäule nur 50 statt 150 kW zieht, zahlt pro Kilowattstunde das Dreifache.

Was der ÖAMTC an 18 Anbietern gemessen hat
Bis zu 70 Cent je Kilowattstunde Unterschied - an derselben Ladesäule, am selben Tag, für denselben Strom. Das ist das Kernergebnis einer Untersuchung, die Arthur D. Little im Auftrag des ÖAMTC bei den 18 größten österreichischen Ladeanbietern durchgeführt hat. Verglichen wurde jeweils der Preis je Kilowattstunde ohne Grundgebühr: einmal mit der Ladekarte des Betreibers, einmal per Kreditkarte, einmal zum Standardangebot, das der Betreiber konkurrierenden Anbietern macht. Getrennt nach Standard-, Schnell- und Ultraschnellladepunkten.
Wer mit einer fremden Ladekarte anrollt, zahlt in 90 Prozent aller Fälle mehr als die eigenen Kunden des Betreibers. Der höchste gemessene Aufschlag: 118 Prozent. Über alle Tarife hinweg liegen an derselben Säule bis zu 142 Prozent zwischen dem günstigsten und dem teuersten Preis. Der Club rechnet den Unterschied an der Zapfsäule vor: Das wäre, als kostete der Liter Diesel statt zwei Euro plötzlich 4,80 Euro.
Der zweite Befund ist der eigentlich überraschende. In zwei Dritteln der untersuchten Fälle kam günstiger weg, wer einfach die Kreditkarte ans Terminal hielt, statt eine konkurrierende Ladekarte zu zücken. Ad-hoc-Laden gilt als teure Notlösung für Vergessliche. Im fremden Netz ist es das oft nicht.
Warum an derselben Säule verschiedene Preise gelten
Der Grund liegt in einer Arbeitsteilung, die man der Säule nicht ansieht. Wer die Ladestation besitzt und betreibt, ist der Ladestellenbetreiber. Wer Ihnen die Ladekarte oder die App verkauft, ist der Mobilitätsanbieter. Das können dieselbe Firma sein - müssen es aber nicht.
Laden Sie mit der Karte des Betreibers an dessen eigener Säule, gilt dessen Hauspreis. Laden Sie mit einer fremden Karte, läuft der Vorgang über einen Roaming-Vertrag: Der Betreiber stellt Ihrem Anbieter einen Großhandelspreis in Rechnung, Ihr Anbieter schlägt seine Marge auf. Existiert kein bilateraler Vertrag, greift das sogenannte Offer-to-All - der Standardpreis, den ein Betreiber allen Wettbewerbern macht. Genau dort sitzen die 118 Prozent.
Und weil kein Gesetz vorschreibt, dass diese Preise an der Säule angeschrieben sein müssen, erfahren die meisten Fahrerinnen und Fahrer den Preis erst auf der Rechnung. An 90 Prozent der österreichischen Ladepunkte ist Roaming möglich - was praktisch klingt und in der Abrechnung teuer wird.
Dazu kommt die schiere Menge. Der ÖAMTC zählt bei den 45 größten Ladestellenbetreibern über 300 Tarife mit unterschiedlichsten Konditionen. Zeittarife neben kWh-Tarifen, mit und ohne Grundgebühr, mit Service-Entgelt oder einmaliger Kartengebühr.
Was Laden ohne Vertrag kostet
Für den Ad-hoc-Preis gibt es harte Zahlen. Betreiber müssen ihre Preise ins Ladestellenverzeichnis der E-Control melden, und 99 Prozent der 36.991 österreichischen Ladepunkte tun das auch. Diese Mediane und Mittelwerte stammen aus den Preismeldungen im Jänner 2026:
| Ladeleistung | Mittelwert Cent/kWh | Median Cent/kWh |
|---|---|---|
| unter 11 kW | 55,12 | 59 |
| 11 bis 21 kW | 56,21 | 57 |
| 22 bis 49 kW | 54,77 | 57 |
| 50 bis 149 kW | 68,43 | 70 |
| ab 150 kW | 70,32 | 75 |
| alle Ladepunkte | 59,16 | 64 |
Der Sprung passiert zwischen 49 und 50 kW. Bis dorthin bleibt der Median bei 57 bis 59 Cent, darüber springt er auf 70 und an den Ultraschnellladern auf 75. Wechselstrom liegt im Median bei 57 Cent, Gleichstrom bei 70. Wer also an der 22-kW-Säule im Ort lädt statt an der Autobahn, spart rund ein Viertel - zahlt es aber mit Ladezeit.
Regional ist die Spreizung kleiner, als man vermuten würde, aber vorhanden: Der Median reicht von 55 Cent in Salzburg und 56 in Wien bis 70 in Kärnten und 71 im Burgenland. Für den Hausgebrauch heißt das: Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Bundesland liegen rund 16 Cent je Kilowattstunde, zwischen der langsamen Stadtsäule und dem Ultraschnelllader an der Autobahn aber 18.
Zur Einordnung: Der Haushaltsstrompreis liegt derzeit deutlich darunter. Wer daheim an der Wallbox lädt, zahlt für dieselbe Kilowattstunde meist weniger als die Hälfte - Details dazu in der Übersicht zu den aktuellen Strompreisen in Österreich.
Der Aufschlag fürs Fremdnetz, an einem transparenten Beispiel
Wie so ein Roaming-Aufschlag konkret aussieht, zeigt ausgerechnet der Anbieter, der die Studie in Auftrag gegeben hat. ÖAMTC ePower veröffentlicht seine Partnernetzpreise - was, wie sich zeigen wird, die Ausnahme ist. Diese Preise gelten laut Preisliste ab 1. Juli 2026, alle inklusive Mehrwertsteuer:
| Ladepunkt | ÖAMTC-Ladenetz | Partnernetz Österreich | Partnernetz Ausland |
|---|---|---|---|
| AC | 0,44 €/kWh | 0,54 €/kWh | 0,64 €/kWh |
| DC bis 149 kW | 0,54 €/kWh | 0,64 €/kWh | 0,74 €/kWh |
| HPC ab 150 kW | 0,64 €/kWh | 0,74 €/kWh | 0,84 €/kWh |
Jeder Schritt nach rechts kostet zehn Cent. Für 40 Kilowattstunden am Ultraschnelllader sind das 25,60 Euro im eigenen Netz, 29,60 im heimischen Partnernetz und 33,60 im Ausland. Dieselbe Karte, dasselbe Auto, derselbe Strom. Wer die 40 Kilowattstunden stattdessen an einer AC-Säule im eigenen Netz zieht, zahlt 17,60 Euro - also 16 Euro weniger als im ungünstigsten Fall.
Das ist der faire Fall. Bei ihm steht der Aufschlag vorher in einer öffentlich abrufbaren Preisliste, und er beträgt je nach Ladeart 16 bis 23 Prozent, nicht 118. Die Studie hat die anderen gefunden.
Was ein Jahr Laden mit Ladekarte wirklich kostet
Die E-Control rechnet für ihren Tarifvergleich mit einem realistischen Durchschnittsprofil: 12.000 Kilometer Jahresfahrleistung, 18 Kilowattstunden Verbrauch je 100 Kilometer, davon 30 Prozent an öffentlichen Ladepunkten geladen. Macht 648 Kilowattstunden öffentlich pro Jahr. Was dieselbe Strommenge je nach Ladekarte kostet:
| Jahresgesamtpreis | Preis je 100 km | Preis je kWh | |
|---|---|---|---|
| mittlerer Tarif | 417,83 € | 11,61 € | 0,65 € |
| günstigster Tarif | 176,43 € | 4,90 € | 0,27 € |
| größtes Ladenetz | 396,45 € | 11,01 € | 0,61 € |
241 Euro im Jahr trennen den mittleren Tarif vom günstigsten. Für ein Auto, das zu 70 Prozent zu Hause lädt. Wer viel unterwegs lädt, vervielfacht diesen Betrag entsprechend.
Die dritte Zeile ist die interessanteste. Das mit Abstand größte Netz - 16.876 Ladepunkte - liegt mit 61 Cent je Kilowattstunde nur knapp unter dem Median. Wer die größte Abdeckung will, zahlt sie. Das ist eine legitime Entscheidung, aber sie sollte bewusst fallen und nicht daraus entstehen, dass man die erste Karte behalten hat, die man bekommen hat.
Zeittarife: die teuerste Art zu laden
5,5 Prozent der österreichischen Ladepunkte rechnen ad hoc nach Minuten ab statt nach Kilowattstunden. Bei Ladekarten kommen sie ebenfalls vor: Wien Energie führt mit Tanke ZEIT einen rein zeitbasierten Tarif. Und das ist die Stelle, an der Ladepreise wirklich entgleisen können - denn bei einem Minutentarif zahlen Sie nicht für Energie, sondern für Standzeit.
Der zeitbasierte Tarif von Wien Energie kostet an Ladepunkten von 51 bis 400 kW 1,690 Euro je Minute. Was das je Kilowattstunde bedeutet, hängt allein davon ab, wie schnell Ihr Auto in diesem Moment lädt:
| tatsächliche Ladeleistung | geladen pro Minute | effektiver Preis je kWh |
|---|---|---|
| 150 kW | 2,5 kWh | 0,68 € |
| 100 kW | 1,67 kWh | 1,01 € |
| 50 kW | 0,83 kWh | 2,03 € |
Ein Fahrzeug, das nur 50 kW aufnimmt - weil die Batterie kalt ist, der Ladestand schon über 70 Prozent liegt oder das Modell schlicht nicht mehr kann -, zahlt an derselben Säule das Dreifache. Dieselbe Mechanik greift bei den langsamen Punkten: 0,084 Euro je Minute sind bei 11 kW rund 46 Cent je Kilowattstunde, bei einem Auto mit einphasigem 3,7-kW-Bordlader aber 1,36 Euro.
Noch deutlicher wird es bei Stundentarifen im Fremdnetz. Die Energie AG verrechnet an Partnerstationen ab 51 kW 64,90 Euro je Stunde. Bei 150 kW Ladeleistung sind das 43 Cent je Kilowattstunde und damit ein sehr guter Preis. Bei 50 kW sind es 1,30 Euro, bei 30 kW über zwei Euro. Der Tarif ist nicht per se teuer - er ist eine Wette darauf, dass Ihr Auto schnell lädt.
Für die Praxis heißt das: Zeitbasierte Tarife lohnen sich nur, wenn Sie die Ladekurve Ihres Autos kennen und konsequent im steilen Teil laden, also etwa von 10 auf 60 Prozent. Wer bis 90 Prozent stehen bleibt, zahlt die letzten Kilowattstunden zum Vielfachen.
Grundgebühr, Blockiergebühr, Bindefrist
Der kWh-Preis ist nur ein Teil der Rechnung. Der Lade-Tarifkalkulator der E-Control führte im Februar 2026 44 Produkte von 22 Anbietern. Davon hatten 21 ein Grundentgelt, 37 eine Blockiergebühr, neun eine Bindefrist - und nur 14 nannten Partnertarife, also Preise fürs Laden außerhalb des eigenen Netzes, die man vorab kennt.
Nur 14 von 44. Bei den übrigen erfahren Sie den Fremdnetzpreis, wenn die Rechnung kommt.
Die Blockiergebühr trifft alle, die ihr Auto nach dem Laden stehen lassen. ÖAMTC ePower verrechnet zehn Cent je Minute ab der 240. Minute an AC-Punkten und ab der 120. an Gleichstromsäulen. Wien Energie verlangt fünf Cent je Minute ab fünf Stunden an City-Ladepunkten, ab drei Stunden an DC-Punkten, gedeckelt mit 25 Euro je Ladevorgang. Die Energie AG rechnet im Fremdnetz zwölf Cent je Minute ab der 61. Minute an DC-Säulen. Wer ein Auto über Nacht an einer Gleichstromsäule stehen lässt, kann damit mehr für das Parken zahlen als für den Strom.
Die Grundgebühr rechnet sich dagegen schneller, als viele denken. Beispiel Energie AG: Der Tarif ohne Grundgebühr kostet 54 Cent je Kilowattstunde an AC-Punkten, jener mit sechs Euro Monatsgebühr 49 Cent. Die Differenz von fünf Cent gleicht die Grundgebühr ab 120 Kilowattstunden im Monat aus - das entspricht rund 660 Kilometern, die ausschließlich mit öffentlich geladenem Strom zurückgelegt werden. Wer regelmäßig öffentlich lädt, ist mit dem Vertragstarif besser dran; wer die Karte dreimal im Jahr braucht, zahlt drauf.
Was die AFIR vorschreibt - und wo sie aufhört
Seit 13. April 2024 gilt die europäische Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe, kurz AFIR. Sie hat einiges verbessert. Neue öffentlich zugängliche Ladepunkte ab 50 kW brauchen ein Kartenlesegerät oder eine kontaktlose Bezahlmöglichkeit, kleinere dürfen auch internetbasierte Verfahren wie einen QR-Code anbieten. Bestehende Ladepunkte ab 50 kW entlang der transeuropäischen Verkehrsnetze müssen bis 1. Jänner 2027 nachgerüstet sein. Der Preis muss vor dem Start des Ad-hoc-Ladevorgangs sichtbar sein. Und an neuen Punkten ab 50 kW ist die Abrechnung je Kilowattstunde vorgeschrieben; ein Minutenentgelt darf nur zusätzlich anfallen.
Das erklärt, warum die Ad-hoc-Preise heute vergleichsweise gut dokumentiert sind. Nur: Die Verordnung regelt das Verhältnis zwischen Ladesäule und Spontankunde. Sie regelt nicht das Verhältnis zwischen Ladestellenbetreiber und Mobilitätsanbieter. Genau dort entstehen die 118 Prozent.
„Es fehlt Preistransparenz - und das behindert insbesondere im Privatkundenmarkt den Hochlauf der E-Mobilität", sagt ÖAMTC-Direktor Ernst Kloboucnik. Der Club fordert, dass die EU-Kommission europaweit prüft, ob dieselben Muster auch außerhalb Österreichs auftreten, dass die AFIR-Überarbeitung die Ungleichbehandlung von Wettbewerbern untersagt und dass es in Österreich eine Stelle gibt, die die Einhaltung tatsächlich kontrolliert.
Kommt die Roaming-Regulierung?
Falls all das nicht greift, hat der ÖAMTC eine Drohung im Gepäck: konkrete Obergrenzen für Aufschläge oder Höchstpreise für Endkunden, nach dem Vorbild der Mobilfunk-Roamingregulierung. „Technisch funktioniert das Laden über verschiedene Anbieter längst. Jetzt braucht es klare Spielregeln", so Kloboucnik.
Die Energiewirtschaft hält dagegen. Der Bundesverband Elektromobilität Österreich, der 13 Energieunternehmen vertritt, unterstützt zwar das Transparenzziel, lehnt pauschale Preisobergrenzen aber ab. Ladeinfrastruktur sei physische Energieinfrastruktur, die Kosten unterschieden sich je nach Ladeleistung, Netzanschluss, Standort und Auslastung erheblich. BEÖ-Vorsitzender Andreas Reinhardt warnt, dass gerade schwach ausgelastete Standorte im ländlichen Raum und in Wohngebieten dann nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben wären und der Ausbau ins Stocken käme.
Dieses Argument hat mehr Gewicht, als es zunächst klingt. Ab 1. Jänner 2027 soll eine neue Systemnutzungsentgelte-Grundsatzverordnung Leistungsspitzen stärker bepreisen. Der BEÖ rechnet vor, dass die Netzkosten bei einer AC-Ladestation mit zwei Ladepunkten und 5.000 Kilowattstunden Jahresabsatz dann 27,5 Cent je Kilowattstunde erreichen könnten - bei 10.000 Kilowattstunden immer noch 16 Cent. Betroffen wäre etwa die Hälfte der öffentlichen Ladepunkte. Was an Netzkosten dazukommt, landet am Ende im Ladepreis.
So finden Sie den Tarif, der zu Ihrem Fahrprofil passt
Der Reihe nach, und es dauert keine halbe Stunde:
Erstens: die öffentlich geladene Strommenge schätzen. Jahreskilometer mal Verbrauch je 100 Kilometer, davon der Anteil, den Sie nicht zu Hause laden. Unter 300 Kilowattstunden im Jahr ist jede Grundgebühr verlorenes Geld. Über 1.500 lohnt fast jeder Vertragstarif.
Zweitens: den eigenen Radius abstecken. Landesversorger sind im eigenen Bundesland fast immer die günstigste Wahl und außerhalb selten. Wer pendelt und im Umkreis von 50 Kilometern bleibt, fährt mit der regionalen Karte gut. Wer beruflich quer durchs Land fährt, braucht einen Tarif mit ausgewiesenen Partnerpreisen - sonst zahlt er den Roaming-Aufschlag bei jedem zweiten Ladevorgang.
Drittens: die Werkzeuge nutzen, die es gibt. Der Lade-Tarifkalkulator der E-Control unter ladetarif.at vergleicht Ladekartenangebote auf Basis Ihres Fahrprofils und zeigt, an wie vielen Ladepunkten die jeweilige Karte gilt. Der ÖAMTC Ladekompass geht den umgekehrten Weg: Sie geben Betreiber und Ladeleistung ein und sehen, welcher Tarif an dieser konkreten Säule am günstigsten ist. Für die Frage, wo überhaupt geladen werden kann, gibt es das Ladestellenverzeichnis der E-Control und die Ladestationskarte von etankstellen.at, die nach Bundesland und Betreiber filtert.
Viertens: zwei Karten sind oft billiger als eine. Eine kostenlose Karte des Landesversorgers für den Alltag, dazu eine zweite ohne Grundgebühr für Fernstrecken. Der ÖAMTC gibt seine Ladekarte am Stützpunkt gratis aus, per Post kostet sie 7,80 Euro. Ein detaillierter Vergleich der österreichischen Ladekarten und eine Aufstellung der Ladekosten nach Anbieter und Bundesland helfen bei der Auswahl.
Fünftens: an der Säule den Preis prüfen, bevor der Stecker steckt. Bei Ad-hoc-Zahlung muss der Preis vor dem Start angezeigt werden. Bei Ladekarten zeigt die App des Anbieters den Preis für den konkreten Ladepunkt - wenn sie es nicht tut, ist das ein Grund, den Anbieter zu wechseln.
Und der wirksamste Hebel bleibt: möglichst viel zu Hause laden. Zwischen dem Haushaltstarif und dem mittleren Ad-hoc-Preis liegen rund 35 Cent je Kilowattstunde. Wer die 648 Kilowattstunden aus der E-Control-Modellrechnung daheim statt unterwegs lädt, spart damit gut 220 Euro im Jahr - eine Wallbox samt Installation hat sich so in wenigen Jahren bezahlt. Wie das öffentliche Laden insgesamt aufgebaut ist, steht in der Übersicht zu Kosten und Tarifen beim öffentlichen Laden; wo die Säulen stehen, zeigt die Zusammenstellung der E-Tankstellen in Österreich.
Häufige Fragen
Was kostet öffentliches Laden in Österreich im Schnitt?
Der Median der gemeldeten Ad-hoc-Preise lag im Jänner 2026 bei 64 Cent je Kilowattstunde. An Wechselstromsäulen sind es 57 Cent, an Gleichstromsäulen 70, an Ultraschnellladern ab 150 kW 75. Mit Ladekartenvertrag geht es deutlich günstiger: Der beste Tarif im E-Control-Vergleich kommt auf 27 Cent je Kilowattstunde.
Warum zahle ich mit meiner Ladekarte an einer fremden Säule mehr?
Weil der Ladevorgang über einen Roaming-Vertrag läuft. Der Betreiber der Säule verrechnet Ihrem Anbieter einen Preis, Ihr Anbieter schlägt seine Marge auf. Laut ÖAMTC-Studie zahlen Fremdnutzer in 90 Prozent der Fälle mehr als die eigenen Kunden des Betreibers, im Extremfall 118 Prozent.
Ist Ad-hoc-Laden mit Kreditkarte immer teurer?
Nein. In zwei Dritteln der untersuchten Fälle war die Kreditkarte günstiger als das Standardangebot, das der Betreiber konkurrierenden Ladeanbietern macht. Gegenüber der Karte des Betreibers selbst bleibt Ad-hoc aber fast immer die teurere Variante.
Was ist eine Blockiergebühr?
Ein Entgelt für die Zeit, in der das Auto nach dem Ladeende noch am Ladepunkt steht. Üblich sind fünf bis zwölf Cent je Minute, fällig meist ab der 60. bis 240. Minute Anschlusszeit. 37 der 44 im Lade-Tarifkalkulator erfassten Produkte sehen eine vor.
Lohnt sich ein Ladetarif mit Grundgebühr?
Ab etwa 100 bis 150 Kilowattstunden öffentlich geladener Strommenge im Monat meistens ja. Die Faustregel: Monatsgebühr geteilt durch die Ersparnis je Kilowattstunde ergibt die Menge, ab der sich der Tarif rechnet. Bei sechs Euro Grundgebühr und fünf Cent Ersparnis sind das 120 Kilowattstunden.
Muss der Preis an der Ladesäule angeschrieben sein?
Für das Ad-hoc-Laden ja: Nach der AFIR muss der Preis vor dem Start des Ladevorgangs ersichtlich sein. Für Ladekarten- und Roaming-Preise gilt das nicht - genau daran setzt die Kritik des ÖAMTC an.