Wärmepumpen-Hersteller im Vergleich: wer in Österreich produziert
- Fünf Hersteller entwickeln und fertigen Wärmepumpen in Österreich: Ochsner, iDM, Heliotherm, Lambda und OVUM.
- Die Effizienz-Bestwerte am Schweizer Testzentrum halten zwei österreichische Geräte: Lambda Eureka EU13L mit SCOP 6,10 und OVUM AirCube mit 6,02, beide mit Propan.
- Planung schlägt Marke: Zwischen guter und schlechter Auslegung liegen 40 Prozent Verbrauch, zwischen guten und mittelmäßigen Geräten rund 15.
- Propan (R290) hat ein Treibhauspotenzial von 3 statt 1.920 wie R410A - und Förderungen setzen inzwischen GWP-Grenzwerte.
- 2025 brach der Absatz von Heizungswärmepumpen um rund 22 Prozent auf etwa 35.800 Stück ein, Ursache war die Förderlücke.
Die Marke entscheidet weniger als die Planung
Eine unbequeme Wahrheit vorweg: Zwischen einer sehr guten und einer durchschnittlichen Wärmepumpe liegen bei der Jahresarbeitszahl vielleicht 15 Prozent. Zwischen einer sauber geplanten und einer schlecht ausgelegten Anlage liegen 40 Prozent und mehr. Ein Spitzengerät an einer ungeeigneten Heizkurve, mit zu kleinem Pufferspeicher oder ohne hydraulischen Abgleich verbraucht mehr als ein Mittelklassegerät in einer durchdachten Installation.
Wer also fragt, welche Marke die beste ist, stellt die zweitwichtigste Frage. Die wichtigste lautet: Wer rechnet die Heizlast, misst die nötige Vorlauftemperatur und macht danach den hydraulischen Abgleich? Erst danach lohnt der Blick auf das Typenschild - und dort gibt es tatsächlich Unterschiede, die zählen.
Die Hersteller mit Produktion in Österreich
Der Verband Wärmepumpe Austria führt über 80 Hersteller und Importeure in seinem Mitgliederverzeichnis. Tatsächlich entwickelt und fertigt aber nur eine Handvoll im Land:
| Hersteller | Standort | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Ochsner | Haag am Hausruck, Oberösterreich | Luft-, Sole- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen, Entwicklung und Montage in Österreich und Deutschland |
| iDM Energiesysteme | Matrei in Osttirol | Sole-, Luft- und Großwärmepumpen, seit über 50 Jahren am Markt |
| Heliotherm | Langkampfen, Tirol | Sole-Wasser, Luft-Wasser, Brauchwasser und Industrieanwendungen; fertigt auch für die Marke Windhager |
| Lambda | Kirchbichl, Tirol | Luft-Wasser-Serie Eureka von 6 bis 37 kW, ausschließlich mit Propan |
| OVUM Heiztechnik | Kirchbichl, Tirol | Luft- und Sole-Wärmepumpen der AirCube-Reihe, gegründet 2013, ebenfalls auf Propan spezialisiert |
Dazu kommen Firmen mit österreichischem Sitz, die im Verbund internationaler Gruppen produzieren, etwa ait-austria mit den Marken alpha innotec und Novelan, Weider Wärmepumpen oder Waterkotte Austria. Die großen internationalen Anbieter mit dichtem Servicenetz in Österreich sind Daikin, Viessmann, Vaillant, Bosch mit Buderus, Stiebel Eltron, NIBE, Panasonic und Hoval.
Regionale Produktion ist kein Selbstzweck, hat aber zwei handfeste Vorteile: kurze Wege bei Ersatzteilen und Techniker, die die Geräte kennen. Bei einem System, das 20 Jahre laufen soll, ist die Frage nach Ersatzteilversorgung und Servicepartnern in der Region wichtiger als das Datenblatt.
Wer die Effizienz-Bestwerte hält
Die aussagekräftigste unabhängige Prüfung im deutschsprachigen Raum kommt vom Wärmepumpen-Testzentrum in Buchs in der Schweiz. Dort werden Geräte unter genormten Bedingungen vermessen, was Herstellerangaben vergleichbar macht. Zwei österreichische Fabrikate führen dort die Rangliste an:
| Modell | SCOP bei 35 °C Vorlauf | Kältemittel |
|---|---|---|
| Lambda Eureka EU13L | 6,10 (Stand Juni 2026) | R290 (Propan) |
| OVUM AirCube | 6,02 | R290 (Propan) |
| gute Serienmodelle namhafter Hersteller | 4,5 bis 5,2 | R290 oder R32 |
Ein SCOP von 6,1 bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom werden im Jahresschnitt gut sechs Kilowattstunden Wärme. Nur gilt dieser Wert für 35 Grad Vorlauftemperatur, also für eine Fußbodenheizung im gut gedämmten Haus. Wer mit Heizkörpern und 50 Grad fährt, landet real bei 3,0 bis 3,8, egal welches Typenschild montiert ist. Vergleichen Sie deshalb immer Werte bei derselben Vorlauftemperatur - Prospektangaben ohne Angabe der Betriebsbedingung sind wertlos.
Kältemittel: das unterschätzte Auswahlkriterium
Beim Kältemittel hat sich der Markt in den letzten Jahren spürbar bewegt. Propan (R290) hat ein Treibhauspotenzial von 3, das früher übliche R410A liegt bei rund 1.920. Für die Umwelt ist das ein Unterschied von drei Größenordnungen, für Käufer inzwischen auch ein wirtschaftlicher: Die europäische F-Gase-Verordnung verteuert und verknappt fluorierte Kältemittel schrittweise, und in der österreichischen Heizungsförderung wurden GWP-Grenzwerte eingeführt, die Geräte mit hohem Treibhauspotenzial von der Förderung ausschließen können.
Propan ist brennbar, weshalb Aufstellung und Sicherheitsabstände strenger geregelt sind. In der Praxis ist das bei Außenaufstellung kein Hindernis. Wer heute kauft, sollte R290 als Standard betrachten und sich bei Geräten mit R32 zumindest erklären lassen, warum.
Was der Markt gerade macht
Der österreichische Wärmepumpenmarkt hängt an der Förderung, und das lässt sich seit 2025 in Zahlen ablesen. Nach dem Auslaufen der Bundesförderung brach der Absatz von Heizungswärmepumpen um rund 22 Prozent auf etwa 35.800 Stück ein, während gleichzeitig wieder rund 35.000 Gas- und Ölheizungen verkauft wurden. Der Verband nennt in seiner Analyse zum Wärmepumpenmarkt unter Druck vor allem die Förderlücke als Ursache - dazu Nachfolgeprogramme, deren monatelange Zwischenfinanzierung sich viele Haushalte nicht leisten konnten.
Gegen den Trend legten Brauchwasser-Wärmepumpen zu, mit 9.483 verkauften Geräten und einem Plus von gut 4 Prozent. Sie sind billiger, schneller montiert und förderunabhängiger - mehr dazu im Beitrag zur Brauchwasserwärmepumpe.
Für Kaufinteressierte hat der Einbruch eine gute Seite: Die Lieferzeiten sind kurz, und Installateure haben wieder Kapazität. Wer den Tausch plant, sollte den aktuellen Stand der Wärmepumpen-Förderung prüfen, bevor er unterschreibt.
Monoblock oder Split: die Bauform prägt die Marke
Die auffälligste technische Unterscheidung zwischen den Anbietern ist nicht die Effizienz, sondern die Bauform. Sie bestimmt, wo das Kältemittel zirkuliert, wer die Anlage installieren darf und wie viel Platz nötig ist.
- Monoblock: Der gesamte Kältekreis sitzt in einem Gehäuse, meist im Freien. Ins Haus führen nur Wasserleitungen. Für die Montage braucht es keine Kälteschein-Befugnis, was die Installation vereinfacht. Nachteil: Die wasserführenden Leitungen müssen frostsicher ausgeführt sein. Die österreichischen Propan-Spezialisten setzen fast durchgehend auf diese Bauform, weil sich brennbares Kältemittel so außerhalb des Gebäudes hält.
- Split: Verdampfer außen, Verflüssiger innen, dazwischen läuft das Kältemittel durch Kupferleitungen. Leiser im Innenbereich und im Altbau oft einfacher nachzurüsten, verlangt aber einen Kältetechniker für die Verbindung und dichte Leitungsführung.
- Innenaufstellung komplett: Das gesamte Gerät steht im Technikraum, Luft wird über Kanäle angesaugt und ausgeblasen. Klassisch bei Ochsner und iDM im Programm. Kein Außengerät, dafür braucht es Platz und Wanddurchbrüche.
Für Sole-Wasser-Geräte stellt sich die Frage nicht: Sie stehen immer innen, die Wärme kommt aus Erdsonde oder Flächenkollektor.
Was die Geräte kosten - und wo die Marke im Preis steckt
Für ein Einfamilienhaus mit 120 bis 180 Quadratmetern liegen die Gesamtkosten inklusive Einbau bei 18.000 bis 32.000 Euro für eine Luft-Wasser-Anlage und bei 28.000 bis 50.000 Euro für Erdwärme mit Tiefenbohrung. Der Geräteanteil daran beträgt grob ein Drittel bis die Hälfte.
Zwischen einem Serienmodell eines Großherstellers und einem Spitzengerät der Effizienzklasse liegen typischerweise 3.000 bis 6.000 Euro Aufpreis. Ob sich das rechnet, hängt am Verbrauch: Bei 5.000 kWh Stromverbrauch im Jahr und einer um 0,8 Punkte besseren Arbeitszahl spart das Spitzengerät rund 900 kWh, also etwa 260 Euro jährlich. Über 20 Jahre rechnet sich der Aufpreis - bei einem kleinen, gut gedämmten Haus mit 2.500 kWh Verbrauch dagegen kaum. Die Details zu Betriebskosten stehen im Beitrag zu Kosten und Stromverbrauch.
Woran Sie ein gutes Angebot erkennen
Unabhängig von der Marke gehören diese Punkte ins Angebot, sonst fehlt die Grundlage für einen Vergleich:
- Heizlastberechnung nach Norm, nicht überschlägig nach Quadratmetern. Sie ist die Basis für die Gerätegröße - zu groß dimensionierte Geräte takten und verschleißen früher.
- Angegebene Prüfwerte nach EN 14511 und EN 14825, jeweils mit Betriebspunkt, etwa A2/W35 oder A-7/W45.
- Schallleistungspegel in Dezibel und der Abstand zum Nachbargrundstück. Bei Außengeräten ist Lärm die häufigste Ursache für Streit.
- Modulationsbereich: Ein Gerät, das von 30 bis 100 Prozent Leistung regelt, läuft im Winter ruhiger und in der Übergangszeit effizienter als eines mit zwei Stufen.
- Ersatzteilverfügbarkeit und regionaler Servicepartner, schriftlich zugesichert.
- Ausbaustufen: Kann das Gerät später kühlen, mit PV-Überschuss arbeiten oder über eine Schnittstelle in ein Energiemanagement eingebunden werden?
Und ein Rat aus der Praxis: Holen Sie drei Angebote von Betrieben, die unterschiedliche Marken führen. Wer nur eine Marke vertreibt, empfiehlt zwangsläufig diese - unabhängig davon, ob sie zum Gebäude passt. Welche Bauart überhaupt in Frage kommt, klärt vorab der Überblick zu Funktionsweise und Typen.
Häufige Fragen
Welche Wärmepumpen-Hersteller produzieren in Österreich?
Mit eigener Entwicklung und Fertigung im Land sind vor allem Ochsner in Haag am Hausruck, iDM in Matrei in Osttirol, Heliotherm in Langkampfen sowie Lambda und OVUM in Kirchbichl aktiv.
Welche Wärmepumpe hat den höchsten SCOP?
Bei den Messungen des Schweizer Testzentrums in Buchs führt die Lambda Eureka EU13L mit einem SCOP von 6,10 bei 35 Grad Vorlauftemperatur, dicht gefolgt von der OVUM AirCube mit 6,02.
Ist eine österreichische Wärmepumpe besser als eine internationale?
Nicht automatisch. Vorteile sind kurze Wege bei Ersatzteilen und Service sowie Geräte, die für das hiesige Klima ausgelegt sind. Bei Effizienz und Zuverlässigkeit sind gute internationale Serienmodelle gleichauf.
Warum ist das Kältemittel wichtig?
Propan hat ein Treibhauspotenzial von 3, ältere Kältemittel wie R410A rund 1.920. Die F-Gase-Verordnung verknappt fluorierte Kältemittel, und Förderungen können Geräte mit hohem Treibhauspotenzial ausschließen.