Pool-Wärmepumpe: Leistung richtig wählen, Kosten und Stromverbrauch
- Bis zu 80 Prozent der Wärme verlässt den Pool über die Wasseroberfläche - die Abdeckung spart deshalb mehr als jedes Effizienzgerät.
- Faustregel für die Gerätegröße: Beckenvolumen in Kubikmetern geteilt durch vier bis fünf ergibt die Heizleistung in Kilowatt.
- Das Aufheizen um zehn Grad kostet bei 32 Kubikmetern rund 28 Euro Strom. Teuer ist nicht das Erwärmen, sondern das Halten der Temperatur.
- Ohne Abdeckung kühlt das Becken pro Nacht um rund drei Grad statt einem - das sind bei mittlerer Beckengröße etwa 130 Euro Mehrkosten im Monat.
- Als PV-Verbraucher ist der Pool ideal: Er nimmt Strom genau dann ab, wenn die Anlage liefert, und braucht dafür keinen Speicher.
Die Abdeckung entscheidet mehr als das Gerät
Bevor es um Kilowatt geht, ein Satz, der viel Geld spart: Der größte Wärmeverlust eines Freibeckens passiert an der Wasseroberfläche. Bis zu 80 Prozent der eingebrachten Energie verschwinden dort durch Verdunstung und Abstrahlung, während über Beckenboden, Wände und Leitungen nur rund 15 Prozent verloren gehen - so beziffert es der Poolbauer Muck in seiner Aufstellung zur Energieeffizienz.
Was das konkret bedeutet, zeigt eine einfache Rechnung. Ein offenes Becken mit 26 Grad kühlt in einer klaren Nacht um etwa 3 Grad ab, mit Abdeckung nur um rund 1 Grad. Bei einem Pool mit 32 Kubikmetern sind diese zwei Grad Unterschied 74 Kilowattstunden Wärme - Nacht für Nacht. Mit einer Wärmepumpe bei einer Arbeitszahl von 5 sind das 15 kWh Strom, bei 29 Cent also gut vier Euro. Pro Monat rund 130 Euro, nur weil eine Plane fehlt.
Deshalb die klare Reihenfolge: erst die Abdeckung, dann die Wärmepumpe. Eine Rollabdeckung mit Thermolamellen senkt die Heizkosten um bis zu 80 Prozent und hebt die Wassertemperatur allein durch Sonneneinstrahlung um 4 bis 8 Grad.
Wie viel Leistung Ihr Becken braucht
Die physikalische Basis ist simpel und steckt auch hinter den Auslegungsrechnern der Poolbauer: Um einen Kubikmeter Wasser um ein Grad zu erwärmen, braucht es 1,16 Kilowattstunden. Daraus ergibt sich die Wärmemenge fürs Aufheizen, und mit einem Zuschlag von rund 30 Prozent für laufende Verluste die tatsächlich nötige Energie.
Für die Gerätegröße hat sich als Faustregel etabliert: Beckenvolumen in Kubikmetern geteilt durch vier bis fünf ergibt die Heizleistung in Kilowatt.
| Becken | empfohlene Heizleistung | Wärme fürs Aufheizen um 10 °C | Stromkosten dafür (COP 5, 29 ct) |
|---|---|---|---|
| 20 m³ (z. B. 6 × 3 × 1,2 m) | 4 bis 5 kW | rund 300 kWh | rund 17 € |
| 32 m³ (z. B. 8 × 4 × 1,2 m) | 7 bis 8 kW | rund 480 kWh | rund 28 € |
| 50 m³ (z. B. 10 × 5 × 1,3 m) | 10 bis 13 kW | rund 750 kWh | rund 44 € |
Das Aufheizen selbst kostet also erstaunlich wenig - für einen mittleren Pool zahlt man dafür etwa so viel wie für zwei Kinokarten. Teuer wird nicht das Erwärmen, sondern das Halten der Temperatur über Wochen, und genau dort greift die Abdeckung.
Zur Aufheizdauer: Ein 32-Kubikmeter-Becken mit einer 8-kW-Pumpe braucht für zehn Grad rund 60 Betriebsstunden, also zwei bis drei Tage Dauerlauf. Wer den Pool nach jedem Regenwochenende neu aufheizt, sollte großzügiger dimensionieren - lieber eine Nummer größer als eine Woche warten.
Inverter oder einfaches Ein-Aus-Gerät
Der Aufpreis für ein Inverter-Modell zahlt sich in den meisten Fällen zurück. Diese Geräte regeln ihre Leistung stufenlos, statt ständig voll anzulaufen und wieder abzuschalten. Das senkt den Stromverbrauch gegenüber Ein-Aus-Systemen um bis zu 30 Prozent und macht den Betrieb deutlich leiser.
Der Effekt ist physikalisch begründet: Im Teillastbetrieb arbeitet der Verdichter langsamer, der Wärmetauscher hat mehr Zeit, und die Arbeitszahl steigt. Auf niedrigster Stufe erreichen gute Geräte im Sommer Werte, die weit über dem Datenblattwert bei Volllast liegen. Das ist auch der Grund, warum ein etwas größer dimensioniertes Inverter-Gerät nicht mehr verbraucht als ein kleines - es läuft nur seltener am Anschlag.
Bei den Preisen liegen einfache Modelle bei 500 bis 1.200 Euro, Inverter-Geräte je nach Leistung zwischen 1.200 und 3.000 Euro. Dazu kommen Bypass-Set, Verrohrung und Anschluss durch den Elektriker.
Aufstellung, Lärm und Anschluss
Eine Pool-Wärmepumpe ist im Prinzip ein Außengerät wie bei der Hausheizung - mit denselben Rücksichten:
- Freier Luftstrom: Vorne mindestens zwei bis drei Meter frei, seitlich und hinten je ein halber Meter. Ein Gerät in der Nische saugt seine eigene kalte Abluft an und verliert Leistung.
- Abstand zur Grundgrenze: Der häufigste Nachbarschaftsstreit im Sommer entsteht nicht durch spielende Kinder, sondern durch ein brummendes Außengerät um sieben Uhr früh. Inverter-Modelle sind hier klar im Vorteil, ebenso ein Aufstellort abseits der Schlafzimmerfenster.
- Kondensat: Das Gerät produziert je nach Luftfeuchte literweise Kondenswasser. Ein Ablauf oder eine Sickerstelle gehört eingeplant - sonst steht ständig eine Pfütze.
- Hydraulik: Der Anschluss erfolgt über ein Bypass-Set nach dem Filter. Die Wärmepumpe braucht einen Mindestdurchfluss, läuft also nur, während die Filterpumpe fördert. Beide Laufzeiten müssen zusammenpassen.
- Strom: Kleine Geräte laufen einphasig an einer eigenen abgesicherten Leitung, größere dreiphasig. Ein Verlängerungskabel ist keine Lösung.
Wo die Wärmepumpe an ihre Grenze kommt
Pool-Wärmepumpen holen die Energie aus der Umgebungsluft, und ihre Leistung fällt mit der Außentemperatur. Im Juli bei 28 Grad Luft arbeitet das Gerät im Bestbereich. Im September bei 14 Grad sinken Heizleistung und Arbeitszahl deutlich, im Oktober wird der Betrieb unwirtschaftlich.
Realistisch ist damit eine Saisonverlängerung um jeweils drei bis vier Wochen im Frühjahr und im Herbst. Wer ganzjährig baden will, landet bei einer Überdachung oder einem Hallenbecken - dann aber in einer völlig anderen Kostenklasse, weil zur Wasser- die Raumbeheizung samt Entfeuchtung kommt.
Der Pool als idealer Verbraucher für Solarstrom
Wenn eine Pool-Wärmepumpe wirtschaftlich glänzt, dann im Zusammenspiel mit einer Photovoltaikanlage. Der Grund ist der zeitliche Gleichlauf: Die Anlage produziert am meisten, wenn die Luft am wärmsten ist - also genau dann, wenn die Wärmepumpe am effizientesten arbeitet. Und anders als Kühlschrank oder Waschmaschine ist die Poolheizung beliebig verschiebbar.
Praktisch heißt das: Filterpumpe und Wärmepumpe über eine Zeitschaltung oder ein Energiemanagement in das Mittagsfenster zwischen 10 und 16 Uhr legen. Statt den Überschuss unvergütet ins Netz zu schicken, wandert er ins Becken. Wer eine Steuerung mit Überschusserkennung hat, lässt die Wärmepumpe erst anlaufen, wenn tatsächlich Überschuss da ist. Aus 28 Euro Aufheizkosten werden dann rechnerisch null - der Strom wäre ohnehin verschenkt worden.
Genau das macht den Pool zum plausibelsten Argument für eine größere PV-Anlage: Er verbraucht dann, wenn die Anlage liefert, und er braucht keinen Speicher, um das zu tun.
Die Alternativen zur Wärmepumpe
- Solarabsorber: Schwarze Kunststoffmatten oder -rohre, durch die das Poolwasser fließt. Sehr günstig in der Anschaffung, brauchen aber Fläche in der Größenordnung von 50 bis 70 Prozent der Wasseroberfläche und liefern nur bei Sonne. Als Ergänzung zur Wärmepumpe ideal.
- Wärmetauscher an der Hausheizung: Sinnvoll, wenn ohnehin eine leistungsfähige Wärmepumpe oder ein Biomassekessel vorhanden ist. Im Sommer läuft der Kessel dann allerdings nur für den Pool, was den Wirkungsgrad drückt.
- Elektroheizer: Billig in der Anschaffung, ruinös im Betrieb. Er wandelt Strom eins zu eins in Wärme, während die Wärmepumpe das Vier- bis Sechsfache herausholt. Nur als Notlösung für wenige Tage sinnvoll.
- Solarthermie: Eine thermische Solaranlage am Dach kann den Pool im Sommer mitversorgen, wenn Warmwasser und Heizung wenig abnehmen. Braucht einen zusätzlichen Wärmetauscher und passende Regelung.
Häufige Fragen
Wie viel kW braucht meine Pool-Wärmepumpe?
Als Faustregel gilt Beckenvolumen in Kubikmetern geteilt durch vier bis fünf. Ein 32-Kubikmeter-Pool braucht also 7 bis 8 kW, ein 50-Kubikmeter-Becken 10 bis 13 kW.
Was kostet eine Poolheizung im Betrieb?
Das Aufheizen um zehn Grad kostet bei einem mittleren Becken rund 28 Euro Strom. Die laufenden Kosten über die Saison hängen fast vollständig davon ab, ob abgedeckt wird - ohne Abdeckung verliert das Becken jede Nacht zwei Grad mehr, was pro Monat gut 130 Euro ausmacht.
Wie lange dauert das Aufheizen?
Für zehn Grad Temperaturerhöhung braucht ein 32-Kubikmeter-Pool mit 8 kW Heizleistung rund 60 Betriebsstunden, also zwei bis drei Tage Dauerbetrieb.
Bis zu welcher Außentemperatur arbeitet die Wärmepumpe?
Wirtschaftlich sinnvoll ist der Betrieb ungefähr bis 12 bis 15 Grad Außentemperatur. Darunter sinken Heizleistung und Arbeitszahl so stark, dass die Saisonverlängerung teuer erkauft wird.